Dresdner Musikfestspiele

Lance Ryan singt den Tenorpart in Mahlers 8. Sinfonie "Sinfonie der Tausend" mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Omer Meir Wellber bei den Dresdner Musikfestspielen. Das Konzert findet am 21. Mai 2016 in der Dresdner Kreuzkirche statt.

Oper Dortmund

Lance Ryan singt den Tristan in der gefeierten Neuproduktion der Oper Dortmund zum letzten Mal am 29. Mai 2016.

Oper Köln

Lance Ryan singt ab 26. Juni 2016, erstmals an der Oper Köln, den Cavaradossi|Tosca.

Dresden, Semperoper

Lance Ryan singt erstmals die Rolle des Herodes|Salome im Rahmen einer Neuproduktion an der Sächsischen Staatsoper Dresden. Premiere 24. September 2016

Hess. Staatstheater Wiesbaden

Lance Ryan debütiert in der Titelrolle von Peter Grimes am Hessischen Staatstheater Wiesbaden ab 10. Februar 2017.

Oper Dortmund

Lance Ryan singt  Otello in einer Neuproduktion des Theaters Dormtund. Die musikalische Leitung hat Gabriel Feltz, Regie führt Intendant Jens-Daniel Herzog. Premiere am 26. III. 2017

Nederlandse Opera, Amsterdam

Lance Ryan singt Herodes|Salome im Rahmen einer Neuproduktion an der Nederlandse Opera Amsterdem ab dem 9. Juni 2017. Die musikalische Leitung hat Daniele Gatti, Regie führt Ivo van Hove.

Staatstheater Wiesbaden

Lance Ryan singt zur Saisoneröffnung 2017 in einer Neuproduktion die Titelrolle in Tannhäuser am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

Der Standard 31.05.12 / SIEGFRIED - MÜNCHEN / v. Joachim Lange

Ein regelrechter Glücksfall ist Lance Ryan. Der für Bayreuth 2013 gebuchte Siegfried ist nicht nur ein erstklassiger Strahlemann - er hat auch Spielwitz.

Neue Zürcher Zeitung 30.05.12 / SIEGFRIED - MÜNCHEN / v. Peter Hagmann

Erzähler mit Lust und Laune

Nun aber: Siegfried – und da darf von einem Glücksfall berichtet werden, denn Lance Ryan ist nicht nur genau der Richtige für diese absolut mörderische Partie, der Kanadier englischer Muttersprache ist auch derzeit einer der Besten dafür. Seit seinem Auftritt als Siegfried bei den Osterfestspielen Salzburg 2009 hat sich seine Aussprache des Deutschen prächtig verbessert, seine Stimme hat ihre drahtige Geschmeidigkeit bewahrt, und wie er die Kraft zu dosieren, wie er bis zum dritten Aufzug, wo ihm eine ausgeruhte Brünnhilde begegnet, präsent zu bleiben weiss, ist imposant.

Fränkischer Tag 28.05.12 / EIN BILDERBUCH-SIEGFRIED / v. Monika Beer

Lance Ryan ist zu Recht der momentan am meisten gefragte Jung-Siegfried. [...] Darstellerisch reicht ihm derzeit keiner auch nur annähernd das Wasser. Dass ein gestandenes Mannsbild soviel Jugendlichkeit ausstrahlen kann, ist einfach umwerfend.

AZ München 28.05.12 / SIEGFRIED - MÜNCHEN / v. Robert Braunmüller

Mit dem Kanadier bietet die Staatsoper den besten Siegfried seit Jahrzehnten auf. Mit bronzenem Tenor bewältigt er den dritten Akt so strahlend, frisch und textverständlich wie den ersten. Seine Verausgabung deckt sich mit dem Charakter der Figur, die wie eine Kerze an beiden Enden brennt.

www.seenandheard-international.com 21.11.11 / FABULOUS SIEGFRIED / by José Mª Irurzun

Fabulous Siegfried and his Aunty: Frankfurt Ring Continues

Siegfried is an impossible character to sing; more difficult still than Tristan, since the score is longer and tighter. It’s truly a part for heldentenor, since it needs a true hero to face it. Excellent Siegfrieds have always been scarce, not just now. If that has become more noticeable these days, then that’s because there are so many more performances of Wagner opera than in the past. Ben Heppner has practically disappeared, leaving, in my opinion, two true Siegfrieds today: Stephen Gould and Lance Ryan. Frankfurt had the fortune to discover Lance Ryan some years ago and every year he has remained faithful to the Frankfurt stage—to the delight of their audience. He was an excellent Siegfried again, with a well-pitched voice, wide enough, very homogeneous through the whole range, easy at the top, with good looks, and remarkable stage skills. Indeed, a great Siegfried.

kulturfreak.de Nov. 2011 / SIEGFRIED - OPER FRANKFURT / v. Markus Gruendig

Bei der Preisverleihung des deutschen Theaterpreises DER FAUST am Abend vor der besuchten Siegfried-Vorstellung, attestierte Laudatorin Brigitte Fassbaender an gleicher Stelle den Opernsängern allgemein eine zunehmend starke schauspielerische Qualität. Dies trifft auch auf die Darsteller dieser Produktion zu. Allen voran Lance Ryan, der schauspielerisch wie sängerisch grandios ist. Die Aussage des Dramaturgen Malte Kasting bei der Einführungsveranstaltung, dass Ryan nach Urteil der Oper Frankfurt der derzeit beste Siegfrieddarsteller weltweit sei, scheint nicht übertrieben zu sein. Er liefert ein überzeugendes Rollenporträt des zunächst barfüßig auftretenden, vor Kraft nur so strotzenden naiven Drachentöters Siegfried, bis hin zum gereiften Mann, der leidenschaftlich um Brünnhilde wirbt. Dabei gibt er sich in seinem mit einem Gürtel zusammengebundenen Ritterunterkleid (Kostüme: Ingeborg Bernerth) und Pelzmantel weder als strahlende Lichtgestalt noch als brutaler Schläger, sondern ganz natürlich. Übernatürlich scheinen hingegen seine vokalen Reserven zu sein, denn die Rolle ist vom Umfang her kaum zu bewältigen. Seine tenorale Strahlkraft büßt Ryan auch in der noch so schwierigen Position nicht ein, wie sie ihm auch für die gut fünfstündige Aufführung über treu bleibt. Dabei gelingen ihm stets wundervolle Stimmfärbungen.

Online Musik Magazin Nov. 2011 / FRANKFURT: SIEGFRIED / v. Thomas Molke

Lance Ryan ist darstellerisch und stimmlich für den jungen Siegfried eine Idealbesetzung. Mit großer Beweglichkeit klettert er sogar an einem Seil die Scheibe herunter, trägt Alan Barnes als Waldvogel oder Susan Bullock als frisch erweckte Brünnhilde Huckepack über die Bühne und überzeugt als ungeduldiger Kraftprotz. Hinzu kommt eine bewegliche Stimme, die ganz leise Töne anzuschlagen vermag und dann aber mit strahlendem Heldentenor ohne Ermüdungserscheinungen auch noch im Duett mit Susan Bullock begeistert. Am Ende wirkt er sogar fast noch munterer als Bullock, die ihren Sopran eher vorsichtig dosiert einsetzt, in dieser recht kurzen, heiklen Partie aber auch durch dramatische Ausbrüche zu punkten weiß.

Rhein-Neckar-Zeitung 04.11.11 / WAGNERS SIEGFRIED - OPER FRANKFURT / Bernd Zegowitz

Sängerisch kann Frankfurt mit dem wohl derzeit führenden Siegfried aufwarten. Lance Ryans heller, zur lyrischen Emphase fähiger, höhensicherer Tenor ist jederzeit verständlich und variabel, sein Durchhaltevermögen einzigartig.

Fränkischer Tag 01.11.11 / "RING" IN FRANKFURT / v. Monika Beer

Ein Siegfried, wie er im Buche steht.
Besetzungsglück mit Lance Ryan

Dabei hat sie noch das Besetzungsglück, in Lance Ryan den Siegfried-Interpreten der Stunde zur Verfügung zu haben. Er rettet den Abend mit einer sängerdarstellerischen Überzeugungskraft, die ihresgleichen sucht. Er vermag bei den Schmiedeliedern glaubhaft aufzulachen, während das Gros der Heldentenöre da nur noch Zähne bleckt. Stimmlich scheint er kaum Grenzen zu kennen, und egal, in welches Kostüm man ihn steckt: Er schafft den Spagat zwischen jugendlichem Haudrauf und empfindsamem Waisenkind sowohl in Mimik, Gestik und Körpersprache wie in seiner Stimme.

dpa 01.11.2011 / SIEGFRIED IN FRANKFURT

Lance Ryan bewältigt den Kraftakt der Siegfried-Partie, als wäre es keine Anstrengung. Schon in Bayreuth hat er 2010 überzeugt, für 2013 ist er auf dem Grünen Hügel auch für die Neuinszenierung von Frank Castorf verpflichtet. Mit blonder Lockenperücke und einem Fellkleid, das als augenzwinkerndes Zitat der Kostüme zur Entstehungszeit der Oper durchgehen kann, gibt er einen enorm textverständlichen Heldentenor, der das jugendlich-ungestüme der Rolle glaubhaft macht.

Die Deutsche Bühne online Okt. 2011 / FRANKFURTS RING

Lance Ryan ist derzeit einfach der weltbeste Siegfried und bestach diesmal mit noch besserer Textbehandlung und vielen Zügen eines anfangs verloren ungebärdigen Kraftkerls.

Abendzeitung München, aktualisiert 08.02.11 / TROMPETEN-STRAHLEN / v. Robert Braunmüller

TROMPETEN-STRAHLEN
[Anm.: Nachschau auf die Salzburger Osterfestspiele 2009]

Osterfestspiele in Salzburg: Einspringer Lance Ryan triumphiert in Simon Rattles "Siegfried", er wurde am Ende frenetisch gefeiert.

In der Opernwelt geht's manchmal seltsam zu. [...] Dann erkältete sich Ben Heppner und Simon Rattle suchte einen neuen Siegfried für die Salzburger Osterfestspiele. Der bereits in Karlsruhe und Straßburg erprobte Ryan hatte Zeit. Er wurde am Ende frenetisch gefeiert wie der Chef der Berliner Philharmoniker.

Das war mehr als der Bonus für einen Einspringer. Bei den Schmiedeliedern und im Schlussduett, wenn die meisten Sänger untergehen, strahlte er wie eine Trompete. Ohne Spuren von Ermüdung stand er die mörderische Rolle durch. [...] Mit diesem Auftritt ist Lance Ryan in die Champions League der Wagnersänger aufgestiegen.

Mercedesmagazine Nov 2010 / STAR PROFILE / by Michael Harris

SPEED OF SOUND - B.C.-born tenor Lance Ryan is young, gifted and on the fast track to becoming opera's next big thing.

At the Salzburg Easter Festival in the spring of 2009, the opera critic from The Telegraph arrived at a  performance of Wagner’s Siegfried prepared for disappointment. The famous Canadian tenor Ben Heppner, singing the title role, had fallen ill and his understudy was an unknown named Lance Ryan.

Yet  that  evening,  the  young  British  Columbian,  just  37 years old, stunned the audience with both his skill as an actor  and  a  voice  that  could  soar  above  Wagner’s  dense orchestration. It was a spectacular debut. The Telegraph’s verdict: A “triumph!”

Ryan’s timing proved as brilliant as his singing. When he emerged in 2009, all the best companies were selecting their 2013 singers. That year marks the 200th anniversary of Richard Wagner’s birth and his operas will be lavishly produced all over the world. What’s more, Siegfried is meant to be a heroic youth (drinking  dragon’s  blood,  chopping  anvils  in  half  with  his sword). Tenors usually save this role for late in their careers, but here was an under-40 singer up to the task. He got the call that secures a lifetime of success for a tenor: an invitation to sing Siegfried in La Scala’s Ring Cycle. It simply doesn’t get bigger than that. [...]

FAZ 04.08.10 / SIEGFRIED - BAYREUTH 2010 / von Christian Wildhagen

Singe, wem Wagner gegeben!

[...] keine Spur von jenem unschönen Hervorpressen der Töne, dem Zerrbild alles Wagner-Gesangs, zu dem mit wachsender stimmlicher Ermattung auch bei diesem Zyklus wieder etliche Sänger Zuflucht nehmen. Erfreulich frei davon ist ebenfalls der Siegfried von LANCE RYAN, wenngleich der kanadische Tenor bei Angst-Stellen wie "Selige Öde auf wonniger Höh" oder der Sterbeszene noch nicht Bothas Legato-Kultur erreicht. Er bringt dafür eine jugendliche Unbekümmertheit ins Rollenprofil, die Wagners schwertschwingenden Haudrauf unversehens zu einer ebenso liebenswerten wie gefährdeten Figur macht. Die Szenen mit dem tragikomischen Mime von Wolfgang Schmidt werden so zu Glanzlichtern des Zyklus. Und wann hat es in Bayreuth zuletzt einen Siegried gegeben, der seine frisch erwachte Brünnhilde (Linda Watson) nach vier Stunden noch glattweg an die Wand singt?

Crescendo 01.08.10 / SIEGFRIED - BAYREUTH 2010 / von B. Angerer-Winterstetter

Bayreuth hat wieder einen Siegfried!

Lance RYAN überzeugt als Siegfried im Bayreuther "Ring"

Die Siegfried-Erlösung kommt […] wieder einmal aus dem badischen Staatstheater in Karlsruhe: Hier konnte sich Lance RYAN das deutsche Repertoire erarbeiten und glänzte jüngst schon bei den Salzburger Osterfestspielen als Siegfried. Dass er jetzt auch in Bayreuth die Siegfried-Lücke schließen kann, hat Stimmexpertin und Festspielleiterin Eva Wagner-Pasquier rechtzeitig erkannt. RYAN singt, ganz Schüler von Carlo Bergonzi, die Töne lyrisch an und legt dann erst Kraft in die Stimme. Erstaunlich, wie gut der Kanadier den schwierigen deutschen Text ausspricht, hörbar versteht, was er da singt und es auch klug musikalisch ausdeutet. Sein Stimmtypus ist heldisch, er versteht es aber dennoch, schön zu phrasieren und die Spitzentöne locker anzusingen, ohne dabei stemmen zu müssen. Zudem unterstützt seine angenehm helle und frische Stimmfärbung noch seine schlanke, jugendliche Erscheinung. Nicht mal die rote Pumuckel-Wuselperücke kann ihn verunstalten, die der für mancherlei eigenartige „Ring“-Kostüme verantwortliche Bernd Ernst Skodzig zu verantworten hat. Was also will man mehr fürs Bayreuther „Siegfried“-Glück?

Nordbayerischer Kurier 29.07.10 / SIEGFRIED - BAYREUTH 2010 / von Gert-Dieter Meier

Der Mann für die Spitzentöne

BAYREUTH. Der Ruf, der ihm vorauseilt, ist gigantisch. „Lance RYAN ist vielleicht einer der überzeugendsten Siegfriede dieser Zeit“, schrieb beispielsweise das Opernglas Anfang 2008. Nun endlich feiert der Kanadier sein Bayreuth-Debüt in Tankred Dorsts „Ring“ – natürlich als Siegfried. Was er von dieser Partie hält, wie er sie singen will, das erzählt RYAN im Kurier-Interview.

Frage: Jung Siegfried ist ein forscher Typ. Kühn, der Natur verbunden, wissensdurstig. Erkennen Sie da Parallelen zu Ihrer eigenen Jugend?
LANCE RYAN: Ich bin auf dem Land in Kanada aufgewachsen. Und damals gab es ja noch richtig viel Wald, in dem die Vöglein sangen, verschlungene Wege – und meinen Entdeckerdrang. Ich habe sogar ein paar Erfahrungen mit Bären gemacht. Nur Drachen bin ich nie begegnet. Und leider, leider, hatte ich auch kein Schwert (lacht). Das sind wahrscheinlich die wichtigsten persönlichen Erfahrungen, die ich in die Rolle einbringen kann.

Frage: Würden Sie sich auch heute noch als naturverbundenen Menschen bezeichnen?
RYAN: Meine Frau und ich leben in diesem Sommer nahe Scheßlitz – in einem Schloss. Und verbringen die freie Zeit, die uns bleibt, sehr häufig mit Spaziergängen in der wunderschönen Natur. Und wenn wir in Kanada sind, machen wir gerne Camping in der Wildnis. Das ist ein schönes Kontrastprogramm zu meinem Beruf, wo ich ja fast immer in großen Städten unterwegs bin.

Frage: Sie debütieren in Bayreuth mit dem Siegfried, mit dem Sie zuvor schon andernorts große Erfolge gefeiert haben. Was gibt Ihnen diese Rolle? Was macht sie besonders, was macht sie schwer?
RYAN: Natürlich ist die Sprache eine besondere Herausforderung – gerade weil ich kein Muttersprachler bin. Ansonsten liegt die Rolle gut in meiner Stimme – es ist nicht zu hoch und nicht zu tief. Und die Länge der Partie macht mir nicht wirklich etwas aus. Ich habe lange Partien schon immer gemocht, weil ich sie gut aushalten kann. Natürlich war es ein gewisses Risiko, als ich die Partie 2006 zum ersten Mal in Karlsruhe gesungen habe. Aber ich bin das sehr ernsthaft angegangen. Und nach diesen Erfahrungen habe ich viel daran gearbeitet. Und immer wieder neu gelernt. Wagner hat in diese Rolle so unglaublich viele Ebenen gelegt, dass es als Künstler immer wieder Neues zu entdecken gibt. Das ist eine faszinierende Aufgabe, die einen jedes Mal neu fordert.

Frage: Und wenn Sie nun vergleichen – „Siegfried“ und „Götterdämmerung“. Was ist Ihnen lieber?
RYAN: Der junge Siegfried ist konstanter. In der Stimmlage, in der Art, wie die Partie geschrieben ist. In der „Götterdämmerung“ fängt man mit einem schönen Duett an – das erinnert mich fast an Puccini. Und dann geht’s zur Gibichungenhalle – da ist dann der dramatische Tenor gefragt. Am Ende der Szene nähert man sich dann fast dem Bariton an. Im zweiten Akt wird es dann wieder dramatisch, fast schon wieder lyrisch – heldenhaft. Und auch im dritten Akt wird es sehr abwechslungsreich. Kurzum: Im „Siegfried“, könnte man sagen, hat man es mit einem Stimmfach zu tun, in der „Götterdämmerung“ sind ganz viele verschiedene Arten des Singens gefragt. Das finde ich sehr schön – weil man es sonst nicht so häufig hat.

Frage: Wenn Sie nun sagen, Sie haben ein großes Durchhaltevermögen – ist das ein Naturtalent? Ist Singen ein Hochleistungssport?
RYAN: Mein früherer Lehrer Carlo Bergonzi hat mir immer eingetrichtert, dass ich immer lyrisch singen solle – auch wenn man Othello oder Wagner singt. Ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass er recht hat. Deshalb bemühe ich mich – unabhängig von der besonderen Farbe, die einzelne Partien verlangen – immer eher lyrisch zu singen. Und mit einer guten, gesunden Stimmtechnik. Dann fühle ich mich am wohlsten und bringe die beste Leistung. Ich hatte am Anfang so meine Zweifel, ob ich mit dieser Haltung beim Siegfried Erfolg haben würde. Weil viele sich für diese Partie doch eher einen dunkleren, einen Heldentenor erwarten. Umso erfreuter war ich, dass ich mit der Partie richtig schöne Erfolge feiern konnte.

Frage: Sie haben den Siegfried jetzt vermutlich mehr als 20-mal gesungen. Gibt es da noch die ganz große Nervosität? Oder ist alles Routine?
RYAN: Routine gibt es da wohl niemals. Aber: Ich vertraue meiner Stimme, weiß, was ich brauche und tun muss. Und doch muss man ständig an sich arbeiten, sich auf den jeweiligen Dirigenten einstellen, an der Aussprache arbeiten. Wobei ich unglaublich gerne mit Herrn Thielemann zusammenarbeite.

Frage: Was macht ihn denn so besonders?
RYAN: Er hat ein untrügliches Gespür dafür, was dieses Stück ausmacht. Ich kann das gar nicht erklären. Aber als ich die „Walküre“-General- probe erlebt habe, habe ich zu mir gesagt: Ja, das stimmt, so muss es sein. Einzigartig!

Frage: Wie kommen Sie mit der besonderen Bayreuther Akustik zurecht?
RYAN: Es ist sehr einfach hier, die eigene Stimme zu hören. Das gibt Sicherheit. Aber was man vom Orchester hört, unterscheidet sich doch sehr stark von anderen Häusern. Hörner und Posaunen hört man fast gar nicht. Und wenn du von ihnen bei Einsätzen abhängst, wird das schwierig. Dafür sind die Geigen sehr stark zu hören. Daran muss man sich eben gewöhnen. Ich liebe diese Akustik. Ich habe vor vier Jahren hier mal den „Parsifal“ im Zuschauerraum erlebt – das war unglaublich. Diese Erfahrung werde ich nie vergessen. Man spürt förmlich, dass dieses Werk für dieses Haus geschrieben wurde.

Frage: Haben Sie die Sorge, dass Sie nun, nach Bayreuth, endgültig im Wagnerfach gefangen sein werden?
RYAN: Das wäre, in gewisser Weise, eine Gefahr. Weil meine Stimme tatsächlich auch für andere Werke gut geeignet ist. Zum Beispiel – wegen meiner Spitzentöne – für Puccinis „Turandot“, die ich zuletzt im Mai in Amsterdam gesungen habe. Das passt sehr gut zu mir. Deswegen versucht meine Agentur auch, immer auch die lyrischen Partien anzunehmen. Ich möchte da sehr gerne eine gewisse Balance halten.

Frage: Haben Sie schon alle Wagnerpartien einmal gemacht?
RYAN: Es fehlt noch „Meistersinger“, „Parsifal“, „Tristan“ und „Tannhäuser“. „Tannhäuser“ werde ich sicherlich früher oder später machen, den „Tristan“ vielleicht nie.

Frage: Warum?
RYAN: Ich würde mir die Partie zwar zutrauen, aber mit meiner Stimmfarbe – ich weiß es nicht. Da braucht es wohl eher eine reife, baritonale Stimme. Was nicht so ganz dem Charakter meiner Stimme entsprechen würde. Vielleicht in zehn, 15 Jahren, vielleicht aber auch nie.

Frage: Wie entspannen Sie neben der ganzen Singerei, was sind Ihre Hobbys?
RYAN: Wie gesagt: In der Natur unterwegs sein. Und ich lese leidenschaftlich gerne. Früher habe ich auch viel Sport getrieben. Heute fehlt mir dafür leider häufig die Gelegenheit.

Frage: Wo sind Sie zu Hause?
RYAN: Eigentlich in Karlsruhe. Aber man ist eben doch ständig unterwegs. Dabei mag ich die Herumreiserei nicht. Deshalb versuche ich mich möglichst häufig in Europa aufzuhalten.

Frage: Ihre Frau ist ja auch Sängerin ...
RYAN: Richtig. Manchmal geben wir gemeinsam Konzerte oder treten bei Benefizveranstaltungen auf. Ich engagiere mich gerne für junge Künstler – die brauchen immer Unterstützung. Früher wurde mir auch mal über Stipendien geholfen – jetzt kann ich etwas zurückgeben.

Frage: Gibt es für Sie nur klassische Musik?
RYAN: Als ich jünger war, habe ich ab und zu auch mal Rockmusik gehört – Led Zeppelin oder Pink Floyd. Aber heute ist mir Rockmusik fast zu aggressiv. Und auch früher habe ich schon gerne klassische Musik gehört. Ich habe ja mit zwölf Jahren begonnen klassische Gitarre zu lernen. Ich mag einfach klassische Musik. Das Interesse am Singen und an der Oper ist bei mir eigentlich durch die drei Tenöre geweckt worden. Danach nahm alles seinen Lauf.

Frage: Lesen Sie Zeitungskritiken?
RYAN: Früher schon, heute nicht mehr. Man liest ja vor allem, was ein Einzelner gehört haben will. Und ich weiß doch sehr genau, wie ich gesungen habe. Was gut und was schlecht war. Sicherlich sind Kritiken gut für das Publikum – und sie gehören wohl auch zum Geschäft. Aber ums Geschäft kümmere nicht ich mich, sondern meine Agentur. Die schicken mir manchmal Kritiken – aber niemals schlechte (lacht). Ich als Künstler brauche das nicht. Als Künstler bist du gezwungen, Abend für Abend zu experimentieren. Und ein Angebot zu machen. Ob das passt, ob das stimmt oder nicht – wer kann das schon sagen?

Frage: Und das Publikum?
RYAN: Klar, das will und muss urteilen. Völlig okay – ich hoffe nur immer, dass die Zuhörer offen in eine Vorstellung gehen. Und nicht mit einer vorgefertigten Meinung.

Opernglas 1-2008 / SIEGFRIED

LANCE RYAN ist vielleicht einer der überzeugendsten Siegfriede dieser Zeit. Sein Schlankes, festes und metallisches, aber ungemein agiles und gefühlvoll geführtes Material ist für die Partie wie geschaffen. Lyrisch zart und mit der Wärme seiner Mittellage singt RYAN die Frage nach der Mutter, schlagkräftig und gezielt die Notung-Rufe, die Konfrontation mit dem Wanderer, oder auch das Finale mit Brünnhilde. Eine überwältigende Leistung!

Orpheus März-April 2007 / SIEGFRIED / von Manfred Kraft

Mit dem jungen Siegfried hat LANCE RYAN wohl die Rolle seines Lebens gefunden. Hier stimmte alles. Stimmschön bis zum letzten Ton, kraftvoll auftrumpfend in den "Schmelz-" und "Schmiede-Liedern" und in der Gestaltung durchaus engagiert. Auch das "Waldweben" bewältigte er technisch überaus zufriedenstellend, wenn auch hier in der Mittellage die Stimme etwas Farbe verlor. Dafür war er im dritten Akt der ausgeruht auftretenden Caroline Whisnant ein absolut ebenbürtiger Partner. In einer wenig animierenden Umgebung sangen beide ein jubelnd-strahlendes Schlussduett. Welch enorme Reserven LANCE RYAN aufbieten kann, zeigte sein "Brünnhilde, heilige Braut". Wer nach der kräfteraubenden Partie noch solche Töne zu bieten hat, der gehört schon zu den besonderen Heldentenören.